Filmverbot Gießen (2016)

Wann: Karfreitag, den 25.03.2016, 13:37 Uhr
Wo: Kugelbrunnen (Kreuzplatz / Seltersweg), Gießen
Was: An stillen Feiertagen ist in Deutschland nicht nur das öffentliche Tanzen, sondern auch die Vorführung bestimmter Filme gesetzlich untersagt. Deshalb wollen wir einsam, aber gemeinsam – jeder für sich – einige Szenen aus dem Film „Leben des Brian“ (via Youtube) schauen
Hinweis: Da es sich um keine Vorführung handelt, sind Internet, mobiles Endgerät und Kopfhörer selbst mit zu bringen!
Dauer: ca. eine halbe Stunde

Zum Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/592873584203145/

In Zeiten, in denen das Pendel weiter nach rechts in Richtung des christlich geprägten Abendlandes ausschlägt, ist es wieder einmal Zeit, auf die Einschränkungen, die durch die aktuelle Feiertagsgesetzgebung entstehen, hinzuweisen und eine Anpassung an das globalisierte und aufgeklärte 21. Jahrhundert einzufordern.

Sehenswerte Szenen sind u.a.:

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Hintergrund (kopiert aus Schleswig-Holstein): Die Piratenpartei veröffentlicht erstmals eine FSK-Liste der Filme, die nicht zur Vorführung an „stillen Feiertagen“ wie Karfreitag oder Volkstrauertag freigegeben sind. Seit 1980 wurden über 700 Filme auf diesen Feiertags-Index gesetzt, darunter überraschend Kinderfilme (z.B. Max und Moritz, Nick Knatterton’s Abenteuer), Komödien (z.B. von Hallervorden, Juhnke, Mel Brooks, Monty Python), Klassiker (Der zerbrochene Krug, Feuerzangenbowle, Ghostbusters) und politische oder religiöse Kritik (Barschel – Mord in Genf?, Leben des Brian, Der letzte Jude von Drohobytsch, Animal Farm). Die FSK-Entscheidung „nicht feiertagsfrei“ ist für Kinos und Filmverleiher unbefristet verbindlich und wird nur auf kostenpflichtigen Antrag überprüft.

Der Landtagsabgeordnete Patrick Breyer von der Piratenpartei Schleswig-Holstein fordert genauso wie die Piraten Gießen die Abschaffung der FSK-Feiertagszensur: „Dass Kinderfilme, Klassiker, Satire und Kritik im Jahr 2015 auf einem Feiertagsindex stehen, verschlägt mir den Atem. Teilweise entscheidet die FSK sogar ohne jede Prüfung. Die Feiertagszensur von Filmvorführungen ist im Zeitalter von Video und Internet völlig wirklichkeitsfremd und gehört dringend abgeschafft. Solange die Feiertagsruhe nicht öffentlich wahrnehmbar gestört wird, haben Staat und Kirche kein Recht, uns bei der Gestaltung arbeitsfreier Sonn- und Feiertage durch Filmvorführungs-, Tanz- oder Veranstaltungsverbote zu bevormunden.“

Nach Angaben der FSK erhalten Filme den Vermerk „Keine Feiertagsfreigabe“ ohne inhaltliche Prüfung, es sei denn, eine Prüfung der „Feiertagstauglichkeit“ wird kostenpflichtig beantragt. In Bochum wurde wegen einer Vorführung von „Das Leben des Brian“ am Karfreitag zuletzt ein Bußgeld verhängt.
Für ältere Filme siehe https://startpage.com/do/search?q=site%3Afilmportal.de+%22nicht+feiertagsfrei%22&lui=deutsch&l=deutsch

Kommet und schaut alleine gemeinsam zuhauf!

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